Warum ist das so schwer?

Das letzte Thema scheint nicht nur mich zu interessieren....(zur Wiederholung-es ging um Vergebung)...danke für die Rückmeldungen, die ich von Euch erhalten habe. So habe ich also beschlossen, noch ein bisschen an dem Thema dranzubleiben. Yeah, das rockt!

Nachdem wir alle wissen, dass Vergebung schwer fällt, will ich heute  der Frage nachgehen, warum dieser Prozess schwer ist. 

 

Wenn mir unrecht getan wurde, ich gekränkt und verletzt wurde von einer anderen Person, dann verlangt diese Kränkung nach einem Ausgeich. Da hüpft bei den meisten von uns natürlich der emotionale Zeiger auf "Heimzahlen", "Dulden", "Rache" oder "Ablehnung". Und natürlich entsteht Wut und es bleibt das Gefühl der Trennung. Wo Vergebung fehlt, entsteht Trennung.

 

Als Betroffene/Verletzte haben wir nun grob gesprochen 2 Möglichkeiten. Wir können diese Wut ausagieren, Rache üben und den anderen aus unseren Herzen verstoßen. Das kann dann auch vorübergehend die Situation erleichtern, aber es bringt keine Heilung und die Bitterkeit wird wiederkommen. Ich nenne das mal die zutiefst menschliche Variante des Ausgleiches.

 

Und die Möglichkeit Nummer 2? Ja, jetzt kommt das Schwere: es gibt auch die Variante, dass ich zuerst die Wut spüre oder mir die Ablehnung, die aus meinem Herzen kommt bewußt mache, und NICHT ausagiere.

 

Denn Vergebung liegt jenseits von Wut und Ablehnung. Damit meine ich, dass ich die Person hinter dem Paravant meiner Wut oder meiner Ablehnung sehe und spüre, wie mich die Trennung selber schmerzt. Wenn ich ehrlich mit mir bin, sehe ich dort auch noch meine eigene große Angst, mich zu ändern und mich menschlich weiterzuentwickeln. Hier stecken wir, wenn wir spüren wie schwer Vergebung ist. Und hier ist auch das große Geschenk für uns versteckt. An dieser Stelle kommt sofort das Bild eines Regenbogens in meine Vorstellung. Den Kindern erzählt man immer, dass an der Stelle wo der Regenbogen die Erde berührt, ein Schatz vergraben ist!

 

Dort, hinter dem Paravent meiner Wut und Ablehnung, sehe ich einen genauso fehlerhaften Menschen wie ich einer bin und genau dort- überlasse ich die Heilung einer größeren Instanz als der menschlichen. Und eigentlich vergebe ich mir selbst.

 

Vergebung ist der Weg, auf dem wir zurückgeben, was uns genommen wurde

(der Spruch ist nicht von mir, ich hab ihn in einer Zeitung gefunden, Autor unbekannt)....DAS rockt!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0